So wird die neue Scheibe vermessen
Isolierglas gibt es nicht im Regal. Jede Einheit wird für ein bestimmtes Fenster gefertigt, und ein Millimeter zu viel bedeutet, dass sie nicht passt. Deshalb steht zwischen der Notsicherung und der endgültigen Scheibe das Aufmaß, bei dem die Fachkraft alle Daten erfasst.

Was gemessen wird
Zuerst kommen Breite und Höhe der Scheibe. Gemessen wird nicht die sichtbare Fläche, sondern die Größe im Falz, also einschließlich des Teils, der unter den Glasleisten sitzt. Dazu kommt die Gesamtdicke der Einheit. Sie setzt sich aus Außenscheibe, Zwischenraum und Innenscheibe zusammen, bei Dreifachglas entsprechend aus mehr Teilen.
Aufbau, Beschichtung, Glasart
Neben dem Maß zählt der Aufbau. Wie dick ist jede Scheibe? Ist die Innenseite beschichtet? Sitzt Verbundglas innen oder außen? Besteht eine Scheibe aus Einscheiben-Sicherheitsglas, etwa weil sie bodentief ist? Diese Fragen beantwortet meist der Stempel im Randverbund, den die Fachkraft liest. Fehlt er, wird der Aufbau aus den Dicken abgeleitet.
Wo einbruchhemmendes Glas verlangt ist, kommen Klasse und Folienstärke hinzu. Gleiches gilt für Schallschutz oder Sonnenschutz. Gerade nach einem Einbruch lohnt die Überlegung, ob der alte Aufbau erneuert oder verbessert wird. Einen Überblick über einbruchhemmendes Glas der Klasse P4A gibt der Ratgeber dazu.
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Wie Sie das Aufmaß erleichtern
Ein Foto der gebrochenen Scheibe und des Rahmens spart Zeit. Zeigen Sie, wo das Fenster sitzt, ob es ein Dreh-Kipp-Flügel ist und ob außen Läden oder Gitter montiert sind. Hat eine heile Nachbarscheibe denselben Aufbau, hilft auch deren Stempel, solange er sichtbar ist.
Lassen Sie die Maße der beschädigten Scheibe nicht selbst abnehmen, wenn Reste im Rahmen stecken. Greifen Sie nicht in die Scherben, um sie zu messen. Die Fachkraft kennt den sicheren Weg zum Messen. Der Rahmen wird nach dem Aufmaß wieder verschlossen.
Der Weg von der Messung zur fertigen Scheibe
Nach dem Aufmaß geht die Bestellung in die Fertigung.
Dort wird das Glas zugeschnitten, bei Bedarf gehärtet oder zu Verbundglas laminiert und zur Isoliereinheit verbunden. Jede Station läuft einzeln. Der Einbau ist darum ein eigener, späterer Termin und nicht Teil der Notsicherung.
Bis dahin schützt das Provisorium, das die Öffnung verschließt. Die Lösungen unterscheiden sich je nach Öffnung, etwa bei Holzplatte oder Folie. Wer die Öffnung beschreiben kann und die Daten bereithält, erleichtert die Vorbereitung des Aufmaßes.
Was das Aufmaß für Sie bedeutet
So wird die neue Scheibe vermessen
Zum Selbst-Abhaken, keine Terminzusage.
Rückfragen
- Warum wird die neue Scheibe nicht gleich eingesetzt?
- Isolierglas ist eine Maßanfertigung. Größe, Aufbau und Beschichtung richten sich nach dem einzelnen Fenster, eine Lagerhaltung für jede Variante gibt es praktisch nicht. Erst nach der Messung kann die Einheit gefertigt werden, deshalb folgt der Einbau später.
- Was passiert, wenn das Maß um einen Millimeter abweicht?
- Zu große Scheiben lassen sich nicht in den Falz setzen, zu kleine liegen lose oder verlieren den Halt. Darum arbeitet die Fachkraft mit Toleranzen und misst an mehreren Stellen. Geringe Abweichungen gleicht die Klotzung unter dem Glas aus.
- Muss ich beim Aufmaß zu Hause sein?
- Der Zugang zum Fenster muss möglich sein, innen wie außen. Bei Gewerbe sollte jemand Schlüssel und Zugangsrechte bereithalten. Wer den Termin nicht selbst wahrnehmen kann, benennt eine Vertretung, die Rahmen und Fenster zeigen kann.
- Wird beim Aufmaß auch der Rahmen geprüft?
- Ja, der Zustand des Rahmens gehört dazu. Verzug, Risse im Holz, beschädigte Dichtungen oder verbogene Beschläge fallen dabei auf. Sie beeinflussen, ob die neue Einheit passt und ob zusätzliche Arbeiten am Rahmen nötig werden.
Aktenvermerk
Notverglasung für Wohnung, Laden und Praxis.
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